„Mit der richtigen Qualifikation gelingt das Elektrofahrzeugtraining weltweit.“

Das Institute of the Motor Industry (IMI) bietet Ausbildungsinstituten auf der ganzen Welt international anerkannte Qualifizierungen an.

 

Lucas-Nülle: Hallo Graham, welchen Eindruck hast du auf Basis deiner weltweiten Beziehungen vom Stellenwert der Elektromobilität in der beruflichen Bildung?

Graham Allan: „Es stimmt, wir arbeiten mit Automobilausbildern in vielen verschiedenen Ländern zusammen. Unsere Partner stammen aus unterschiedlichen Bereichen, angefangen bei nationalen Herstellerakademien bis hin zu lokalen Hochschulen. Einige haben sich von Anfang an mit der Elektromobilität beschäftigt, andere sind gerade erst dabei, sich mit ihr vertraut zu machen. Das ist sehr unterschiedlich. Eines eint aber alle Trainingszentren: Auf Vorbehalte gegenüber Elektrofahrzeugen stoßen wir kaum. Technischer Fortschritt macht das Training abwechslungsreich und das Hochvoltsystem ist unbestreitbar der bedeutendste Wandel, den unsere Branche je erlebt hat. Entsprechend treffen wir auf Trainer, die für die Ausbildung sowohl der gegenwärtigen als auch der nächsten Generation regelrecht brennen. Allein schon aus diesem Grund bin ich sehr optimistisch, dass uns auch die Qualifizierung für Elektrofahrzeuge gelingen wird. Die engagierten Anfragen, die wir und Lucas-Nülle regelmäßig aus der ganzen Welt erhalten, sprechen für sich. Gleichwohl ist es eine gewaltige Aufgabe, für deren Bewältigung wir unsere Erfahrung einsetzen.“

Als Partnerschaftsmanager des IMI ist Graham Allan mit Kfz-Instituten weltweit im Kontakt.
Wir haben mit ihm über die Herausforderungen der Elektromobilität für die berufliche Bildung
gesprochen und gefragt, wie Trainingszentren dieser Entwicklung begegnen können.

Was sind die größten Herausforderungen für die Akademien und Hochschulen bei der Qualifizierung der Trainer für die Elektromobilität?

Graham Allan: „Mit Blick auf die Ausbildungsressourcen verfügen die verschiedenen Institute über sehr unterschiedliche Niveaus. Es gibt jedoch eine wichtige gemeinsame Herausforderung: Die Sicherheit der Auszubildenden und Studenten während des Trainings an Elektrofahrzeugen stellt die meisten Kunden vor Probleme. Die Betriebsspannung eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs kann bei unsachgemäßer Handhabung nun einmal tödlich sein. In einigen Ländern ist das Fehlen eines anerkannten Ausbildungsstandards für Elektrofahrzeuge eine weitere Herausforderung.“

Wie hilft das IMI dabei, diese Herausforderung zu beantworten?

Graham Allan: „Wenn es um das Thema Sicherheit geht, ist die Lösung, die wir gemeinsam mit Lucas-Nülle erarbeitet haben, konkurrenzlos. An einem „echten“ Auto kann man das Risiko solcher tödlichen Spannungen nie ganz ausschließen. Wenn man jedoch mit den Lucas-Nülle-CarTrain-Systemen arbeitet, besteht dieses Risiko schlicht nicht. Wenn hingegen die nationalen Bildungsstandards fehlen, dann können wir als IMI mit Schulungsanbietern, Industrievertretern und staatlichen Bildungsabteilungen zusammenarbeiten, um die IMI-Qualifikationen als national anerkannte Lösung zu etablieren. Gemeinsam bieten wir für jedes Problem eine Lösung.“

Das IMI ist die Organisation mit der meisten Erfahrung und Expertise im Bereich der internationalen Kfz-Qualifizierung. Kannst du uns mehr über die Qualifikationen erzählen, die das IMI abdeckt?

Graham Allan: „Das ist schnell beantwortet, denn das IMI deckt alle für das Kraftfahrzeug relevanten Themen ab. Unsere Qualifikation für Elektro- und Hybridfahrzeuge befindet sich jetzt in der dritten Generation und wurde in Zusammenarbeit mit den weltweit führenden Herstellern und Zulieferern entwickelt. Neuerdings schließt diese Elektrofahrzeug-Qualifizierung auch Nutzfahrzeuge mit ein. Und wie gesagt sind auch zu allen anderen Kfz-Themen Qualifikationen verfügbar: Seien es die Wartung und Reparatur von Baumaschinen und Motorrädern, seien es Unfallreparaturen und Kundendienst oder sei es der Fahrzeugverkauf. Wir sind ein Komplettanbieter für die Kfz-Ausbildung.“

Der Zertifizierungsmarkt ist riesig und fast undurchschaubar. Warum ist das IMI-Angebot relevanter als andere?

Graham Allan: „Wir haben über viele Jahre ein starkes Netzwerk aufgebaut, das einen Namen hat und von dem unsere Mitglieder profitieren. Unsere Erfahrung ist in der gesamten Branche einzigartig und hat es uns ermöglicht, relevante Lösungen für Regierungen, OEMs und Bildungseinrichtungen zu entwickeln. Über 600 IMI-zugelassene Zentren und starke Partner in 35 Ländern qualifizieren weltweit mittlerweile jedes Jahr 110.000 Kfz-Mechatroniker. Das IMI spielt daher global gesehen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, kompetente Fachkräfte in ausreichender Zahl zu qualifizieren. Kein anderes Institut ist in der Lage, neue Technologien derart an Trainingszentren weltweit zu implementieren, wie wir es können. Das Prinzip ist einfach: Wer IMI-Mitglied ist, der erfüllt die höchsten Standards für die internationale Automobilindustrie. Dafür arbeiten wir.“

Unsere Entwickler haben unsere Hardware und Kurse speziell auf die IMI-Qualifikationen abgestimmt. Wie erlebst du diese Zusammenarbeit?

Graham Allan: „Unsere Partnerschaft ermöglicht es beiden Parteien, ihre jeweiligen Lösungen auf die nächste Ebene zu bringen. Einzeln waren beide auf den globalen Märkten erfolgreich, aber gemeinsam bieten wir eine echte Lösung aus einer Hand an. Die Kooperation mit Lucas-Nülle ist die einzige dieser Art für das IMI. In der Elektromobilität ist Lucas-Nülle schlicht der einzige Anbieter, mit dessen Equipment sich unser Anspruch an ein Training für die Hochspannung umsetzen lässt. So haben wir zusammengefunden. Aktuell ist es spannend zu erleben, wie wir uns auch auf unsere Märkte bezogen ergänzen. Dank der LN-Systeme konnten wir erstmals Zentren z. B. in Ecuador und Island zertifizieren. In beiden Ländern arbeiten wir jetzt daran, unsere EV-Qualifikationen als nationalen Standard zu etablieren. Die Partnerschaft hat uns auch geholfen, den chinesischen Markt zu festigen. China ist zweifellos der größte Markt für Elektrofahrzeuge und unsere HV-Qualifizierung ist dort jetzt Standard. Darüber hinaus konnten wir in der kurzen gemeinsamen Zeit schon vielversprechende Gespräche mit Akademien in Indien, Südafrika, Australien und im Nahen Osten aufnehmen.“

Was sagen die IMI-Mitglieder, die bereits Erfahrungen mit dem Lucas-Nülle-Equipment sammeln konnten, über diese neue Form der Vermittlung? Hilft es ihnen, die Qualifizierungen durchzuführen?

Graham Allan: „Zweifellos hat die Kooperation unseren zugelassenen Zentren geholfen, die IMI-EV-Qualifikationen sicher und effektiv zu vermitteln. Hochvolt stellt die Institute vor ganz unterschiedliche praktische Hürden. Aber die Lucas-Nülle-Trainingssysteme haben bisher immer eine Antwort gegeben. Beispiele? Ein prestigeträchtiger britischer Sportwagenhersteller hat uns berichtet, dass es selbst für die Herstellerakademien nicht möglich ist, an echten Fahrzeugen zu schulen. Die Supersportler sind dafür viel zu teuer. Wenn es in der Vergangenheit doch einmal gelang, ein modernes Fahrzeug für Schulungen abzugreifen, musste erst jemand viel Zeit in die Demontage von Karosserieteilen investieren, ehe die relevanten Technologien zugänglich waren. Und dann blieb immer noch das Risiko, das Fahrzeug zu beschädigen. Ein anderer globaler Hersteller berichtete uns, dass der Hochspannungs-Isolationsstecker nicht einfach in der für Schulungen nötigen Häufigkeit entfernt und ersetzt werden kann. Auch dort ist die Erkenntnis gewachsen, dass Schulungen an echten HV-Fahrzeugen unrealistisch sind. Abseits der Hersteller fallen mir dutzende Rückmeldungen verschiedener Colleges ein. Dort sind die Trainer regelrecht begeistert von der Möglichkeit, echtes Hochvolttraining endlich sicher durchführen zu können. Colleges arbeiten in der Regel mit größeren Gruppen. Anders als am echten Fahrzeug können am LN-Equipment alle Schulungsteilnehmer der Hochspannung voll exponiert sein. Und die praktische Erfahrung führt zu besserem Schulungserfolg. Nicht zuletzt sind viele Trainer begeistert, dass das Thema durch Lucas-Nülle auch abseits der Werkstatt in den Schulungsräumen begreifbar wird.“

Gibt es auch abseits der Elektromobilität und Hochvolttechnik eine Zusammenarbeit?

Graham Allan: „Ich sehe da großes Potenzial, ja. Wir haben unsere gemeinsame Reise mit der Elektromobilität sehr zielstrebig begonnen und damit erstmals eine komplette, globale Lösung für den wichtigsten technologischen Fortschritt unserer Branche in der Bildung geschaffen. Aber eine viel größere Revolution kündigt sich ja bereits an: Die autonomen Fahrzeuge und der vernetzte Straßenverkehr. In der Zukunft funktionieren Fahrzeuge nicht mehr allein für sich, sondern nur in ihrer vernetzten Umgebung. Es liegt auf der Hand, dass diese räumliche Vernetzung auch eine ganz andere Infrastruktur der Lehrwerkstätten erfordert. Wartung und Reparatur müssen über einen ebenso innovativen Bildungsansatz vermittelt werden. Hier führen wir sehr spannende Gespräche miteinander, die unsere Partnerschaft ausbauen werden. Wir kratzen gerade erst an der Oberfläche unserer Möglichkeiten.“

Also eine Kooperation für die schöne neue Welt von morgen?

Graham Allan: „Nicht nur, wir bieten auch mehr als Zukunftsmusik und Antworten auf den Wandel. Die technologische Revolution mag schnell voranschreiten, aber traditionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind lebendig und werden das auf den internationalen Straßen noch sehr lange sein. Aus diesem Grund arbeiten wir daran, die Lucas-Nülle-Trainingssysteme und die IMI-Qualifikation auch in diesen Bereichen aufeinander abzustimmen. Was auch immer Sie über die Zukunft der Automobilbranche denken: Sie können sicher sein, dass unsere Partnerschaft Ihnen eine Ausbildungslösung bietet, die Sie auf Ihrem Weg weiterbringt.“

Vielen Dank für das Interview, wie würdest du deine Botschaft abschließend zusammenfassen?

Graham Allan: „Mit der richtigen Qualifikation gelingt das Elektrofahrzeug- und Kraftfahrzeugtraining weltweit. Ich bin optimistisch, dass wir eine rosige Zukunft für unseren Automobilsektor gestalten können; bevölkert von hochqualifizierten und professionellen Arbeitskräften. Wenn Sie vor einer konkreten Herausforderung stehen, sprechen Sie das IMI oder auch Ihren Kontakt bei Lucas-Nülle einfach an. Gemeinsam finden wir eine starke Lösung!“

 

Über das IMI:

Das Institute of the Motor Industry (IMI) wurde 1920 gegründet. Ähnlich wie heute erlebte die Automobilwelt in dieser Zeit einen technologischen Wandel. Damals sollte das IMI das Vertrauen in die junge britische Automobilindustrie stärken, indem es die Qualifizierung der Mechaniker sicherstellte. Seither hat das Institut alle Innovationen rund um das Automobil begleitet und jeden Wandel mit Qualifizierungsangeboten für die Beschäftigten der Branche beantwortet.


Heute arbeitet das IMI mit Kfz-Trainingszentren auf der ganzen Welt zusammen. Institute, die vom IMI zertifiziert sind, erfüllen die höchsten Ausbildungsstandards in der Automobilindustrie. Der Erwerb einer IMI-Qualifikation an einem dieser Zentren eröffnet Kfz-Mechatronikern zahlreiche Karrierewege. Ein Platz im IMI-Berufsregister ist ein starkes Argument für jeden Arbeitgeber auf der Suche nach Fachkräften.

- 02.06.2021