"Wir spüren viel Vertrauen, daran wachsen wir."

Seit September 2018 sind Sema Günes und Beyda Nur Akdag in der Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Lucas-Nülle GmbH.

Für die Ausbildungsleitertagung 2019 befragten sie andere Auszubildende zu deren Meinungen zum Thema Digitalisierung. Für ihre Präsentation der Ergebnisse in Regensburg ernteten sie großes Lob. Ein Rückblick.

Hallo Beyda, Hallo Sema, die Ausbildungsleitertagung liegt nun einige Monate zurück. Wie habt ihr die Veranstaltung erlebt?

BEYDA NUR AKDAG: „Es war eine aufregende Zeit, die viel Spaß gemacht hat, aber auch sehr große Ernsthaftigkeit erfordert hat.“

SEMA GÜNES: „Absolut. Wir haben so viel gelernt und es waren so viele Eindrücke. Das kann man gar nicht in einem Satz zusammenfassen!“

Eure Umfrage unter Auszubildenden haben 500 Teilnehmer beantwortet, ein großartiges Ergebnis. Was war die größere Herausforderung – die Umfrage oder der Vortrag vor den Ausbildungsleitern in Regensburg?

AKDAG: „Mehr Angst hatten wir anfangs definitiv vor dem Vortrag. Wir haben aber viel Hilfe und Input von unseren Kollegen bekommen. Das hat uns sehr weitergeholfen. Und am Ende haben wir vor allem viel Sicherheit und Selbstbewusstsein gewonnen. Es war einfach etwas komplett anderes als ein Referat in der Ausbildung.“

GÜNES: „Interessant war zu erleben, wie jede von uns ihren eigenen Stil entwickelt hat. Anfangs haben wir vorformuliert, uns damit aber unwohl gefühlt. Wir haben den Vortrag also mehrmals umgestoßen und am Ende lief es, trotz unterschiedlichem Stil, Hand in Hand.“

Und die Umfrage?

GÜNES: „Das waren ganz andere Herausforderungen. Wie formuliert man Fragen so, dass man sie gut auswerten kann? Wie erreiche ich möglichst viele Menschen? Auch hier hatten wir viel Hilfe, und in Kombination mit etwas Fleiß und Einsatz hat es dann sehr gut funktioniert.“

Das Ergebnis der Umfrage war, dass die Auszubildenden zwar im Alltag sehr digital sind, aber beim Thema Lernen oft die klassischen Lernmittel bevorzugen. Hat euch das überrascht?

GÜNES: „Nein, weil wir da ehrlich gesagt nicht anders sind. Ich bin ein Bücherwurm und Schreiben ist mir lieber als Tippen. Warum sollte ich mich davon in der Schule verabschieden? Es fehlt der Antrieb, denn zumindest im kaufmännischen Bereich ist digitales Lernen an vielen Schulen noch nicht angekommen.“

AKDAG: „Und mit dem Unterricht bleiben auch die Schüler analog beim Thema Lernen. Wenn keine Möglichkeiten da sind, kann man auch nicht an ihnen wachsen.“

Euer Vortrag hat in Regensburg wohl jeden begeistert. Ist euch ein Feedback besonders in Erinnerung geblieben?

AKDAG: „Mir ist besonders in Erinnerung geblieben, wie viele Gäste unseren Mut und unsere Sicherheit gelobt haben. Es war einfach insgesamt sehr positiv. Das hat mein Selbstvertrauen gestärkt.“

GÜNES: „Ja, das kann ich bestätigen. Die Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass wir die Erwartungen an uns eher übertroffen haben. Das ist schon ein mehr als gutes Gefühl.“

Was habt ihr sonst gelernt?

AKDAG: „So viel … Wir haben die Abendveranstaltung mitgeplant, haben uns um Räumlichkeiten gekümmert, die Bewertungsbögen vorbereitet, und, und, und …“

GÜNES: „Und auch von der Veranstaltung als solche haben wir viel mitgenommen. Als Auszubildende waren wir sozusagen Teil der Materie. Die Diskussionen zu erleben, das hat mir einen anderen Blick auf die Ausbildung und das Geschäftsleben ermöglicht.“

Abschließend: Zum Zeitpunkt der Ausbildungsleitertagung befandet ihr euch ungefähr seit einem Jahr in der Ausbildung. Wie ist euer Fazit dieser Zeit?

GÜNES: „Ich bin mehr als überzeugt. Ich habe vorher studiert, aber der Mix aus Theorie und Praxis gefällt mir viel besser. Wir waren bisher in verschiedenen Abteilungen im Unternehmen und wurden überall schnell wie echte Kollegen behandelt. Und wenn ich von anderen Azubis höre, dass sie nur rumsitzen und die Wand anstarren, bin ich doppelt dankbar, dass wir so eingebunden werden.“

AKDAG: „Das ist der Punkt. Wir spüren viel Vertrauen, daran wachsen wir. Hinzu kommen spannende Projekte wie die Ausbildungsleitertagung. Ich lerne jeden Tag etwas Neues.“

- 18.05.2020