Die digitale Landwirtschaft erobert die Lehrwerkstätten

Wie Ausbildende die elektro- und informationstechnischen Grundlagen der digitalen Landwirtschaft einfach und schnell in ihre Lehrgänge integrieren.

Informations- und Kommunikationstechnik prägen die Megatrends der Landwirtschaft. „Smart Farming“ bzw. „Digital Farming“ bezieht sich auf digitalisierte Verfahrenstechnik, die bis zum Einsatz von unbemannten Fahrzeugen, Robotern und Drohnen reicht. Diese Entwicklung verändert auch den beruflichen Alltag der Land- und Baumaschinenmechatroniker. Die Technologien, die z. B. das Precision Farming oder die Jobvorbereitung über den Hof-PC ermöglichen, greifen tief in die technischen Komponenten der Fahrzeuge und Anbaugeräte ein. Darauf hat man auch in der Aus- und Weiterbildung der Mechatroniker reagiert.

Mit der Anpassung der Unterweisungspläne für auszubildende Land- und Baumaschinenmechatroniker rücken die elektronischen Komponenten in das zentrale Blickfeld des Berufsbildes.

Doch die Vermittlung der neuen Technologien direkt am Traktor beinhaltet einige Tücken. Die Messpunkte für die Kommunikations- und die Vernetzungssysteme der intelligenten, landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind oft schwer zugänglich und ein Schaden durch fehlerhafte Bedienung kann schnell kostspielig werden. Lucas-Nülle hat daher ein Trainingssystem geschaffen, das Sie in direkter räumlicher und digitaler Verbindung mit den Traktoren und Anbaugeräten nutzen können. Mit dem kompakten System aus der Reihe für Nutzfahrzeuge ‚TruckTrain‘ integrieren Sie die Landwirtschaft 4.0 einfach, schnell und umfassend in die Lehrwerkstatt.

Der einfache Zugriff auf Datenkommunikationssysteme holt die vernetzte Landwirtschaft In die Lehrwerkstatt

Das Trainingssystem bildet eine komplett funktionsfähige Landmaschine auf Kommunikationsbasis ab. Es ermöglicht Ihnen, die zentralen Datenübertragungssysteme wie ISOBUS, J1939, CAN-Bus und Implement-Bus praxisnah zu vermitteln. Die Auszubildenden können selbst Nachrichten vom Bus lesen und schreiben oder die Diagnose vom ISOBUS per b-ISOBUS Spy durchführen. Über die zur Verfügung gestellten Schaltpläne und das Sollwerteverzeichnis können die Auszubildenden die am System gemessenen Werte authentisch bewerten.

Lehrende können brandaktuelle Themen, wie das ressourcenoptimierte Precision Farming über GPS mit Section Control, dank des TruckTrain anschaulich in der Lehrwerkstatt abbilden. Es ermöglicht den Auszubildenden nicht nur die vollständige Jobvorbereitung über den Hof-PC, sondern sie können auch eine Fahrsimulation per „Trupath GPS Sim“ starten. Das Trainingsgerät selbst beinhaltet hierfür eine eigene Saatmaschine, an der sie auch die Kommunikation mit einer originalen Implement-ECU lernen.

Größtmögliche Praxisnähe erzeugt direkte Handlungskompetenz

Dank des Einsatzes weiterer originaler Nfz-Komponenten können die Auszubildenden dieses Trainingssystem auch mit den vorhandenen Traktoren und Anbaugeräten verbinden. Sowohl das „Universal Terminal“ als auch die Incab-, die aktive ISOBUS-Steckdose und alle Diagnosesteckdosen sind Originalkomponenten. So entsteht eine unmittelbare Verbindung von didaktischen Lerninhalten und praktischen Komponenten.

Den Auszubildenden stehen insgesamt 32 verschiedene Fehlerszenarien zur Verfügung. Diese schließen grundlegende elektronische Komponenten, wie die verschiedenen Sicherungstypen und Relaissteuerungen ebenso ein wie die Arbeitsbeleuchtung des Traktors und führen schließlich bis hin zu den Themenfeldern der Datenkommunikation und digitalen Landwirtschaft. So begleitet das TruckTrain die Auszubildenden durch alle, für Land- und Baumaschinenmechatroniker relevanten, elektro- und informationstechnischen Lerninhalte und vermittelt währenddessen Handlungskompetenz in der Diagnose, Reparatur und Wartung der neuen Generation digitalisierter Maschinen.




„Wir haben bei der Entwicklung unseres TruckTrain für die Landwirtschaft 4.0 von Anfang an hohen Wert auf den Austausch mit der Praxis gelegt. Uns war klar, dass wir nur dann ein Lehrwerkzeug schaffen, das Land- und Baumaschinenmechatronikern wirklich weiterhilft, wenn es sich möglichst nahtlos in die Lehrwerkstätten einfügt. Unser Dank giltt an dieser Stelle Thomas Kramp von der Handwerkskammer Braunschwei-Lüneburg-Stade, der uns dabei unterstützt hat. das Trainingssystem am Technologiezentrum Lüneburg auf Herz und Nieren zu testen.“

 Siegfried Schulz, Produktmanager Nutzfahrzeugtechnik

- 07.07.2021