Applied Science aus Rwanda

Ein Zentrum für angehende Doktoranden aus ganz Ostafrika

Es ist eines der ersten seiner Art: Mit dem „African Center of Excellence in Energy for Sustainable Development“ (ACEESD) hat 2018 ein länderübergreifendes Zentrum zur Ingenieurs- und Doktoranden ausbildung eröff net. An der University of Rwanda steht angewandte, wissenschaft liche Forschung mit direktem Bezug zu realen Projekten im Fokus.

 

DER REGIONALE ENERGIEMARKT BRAUCHT INDIVIDUELLE LÖSUNGEN

Der Energieverbrauch in Ostafrika wächst, nicht nur in Rwanda, sondern z.B. auch in Tansania, Uganda oder Kenia. Letztlich ist nahezu die gesamte Region mit stark steigendem Energiekonsum konfrontiert. Doch die infrastrukturellen Voraussetzungen vor Ort sind speziell und verlangen daher häufig auch nach speziellen Antworten.

Ein spannender Markt, wenn man es auch Sicht eines Ingenieurs betrachtet. Als Lösung kommen vielerorts letztlich nur Insellösungen in Frage. Die individuellen Systeme müssen unabhängig von überregionalen Netzen funktionieren. Das macht sie allerdings nicht weniger komplex. Im Gegenteil stellt jedes gut funktionierende Micro Grid eine Herausforderung für sich dar.

 

ANGEWANDTE WISSENSCHAFT DIREKT FÜR DIE REGION

Genau an dieser Schnittstelle zwischen herausfordernder Infrastruktur und dem Forschungsinteresse angehender Ingenieure setzt das durch die Weltbank unterstützte „African Center of Excellence in Energy for Sustainable Development“ (ACEESD) an. In den Lernräumen des neuen Instituts, das an die Universität Rwandas angegliederte ist, lernen junge Energietechniker aus sieben ostafrikanischen Ländern. Ihr gemeinsames Ziel ist ein Ingenieurs- und Doktortitel, der Sie auf dem internationalen Bildungsmarkt auszeichnet.

Der eigentlich revolutionäre Ansatz des ACEESD ist aber weniger der multinationale Ansatz, sondern vielmehr das Forschungsinteresse der Nachwuchswissenschaftler. Die Arbeit des Instituts setzt an den besagten, infrastrukturellen Herausforderungen in der Region an. Und das Ziel ist ambitioniert. Das ACEESD will Insellösungen identifizieren, die den Energiebedarf vor Ort langfristig decken können.

 

IM SMART-GRID LABOR VON LUCAS-NÜLLE WERDEN DIE ANTWORTMÖGLICHKEITEN SIMULIERT

Auf dem Weg zu diesen Lösungen müssen die Studenten vor allem möglichst genaue Voraussagen treffen können. Ihr Arbeitsmittel dazu sind die energietechnischen Labore von Lucas-Nülle. Die Systeme aus Deutschland erlauben es Ihnen, einerseits die Rolle einzelner Energieerzeuger im Energienetz zu simulieren und andererseits auch komplexe Netze wie Smart- und Micro Grids über die Praxissoftware SCADA zu planen. Das spielt bei der Suche von Insellösungen in die Karte.

Wie im Puzzle lassen sich die Energieerzeuger anordnen und im örtlichen Micro Grid zur Gesamtlösung der richtigen Größe zusammenfügen. Dank des modularen Aufbaus der Systeme können die angehenden Ingenieure und Doktoren so verschiedene Szenarien durchspielen. Per Try and Error können Sie testen, welches Energiesystem für die Bedingungen vor Ort am besten funktioniert.

- 07.08.2019