Fahrerassistenztraining

Ein durchgängiges Konzept vom Klassenraum bis in die Werkstatt

Dass das Fahrzeug der Zukunft vernetzt ist und selbstständig fahren kann, ist kein Geheimnis mehr. Welche Auswirkungen diese Entwicklung jedoch auf Ausbildung und Studium hat, zeigt sich gerade im Bereich der Fahrerassistenz-Systeme. Ein Fahrzeug, das mit seinem Umfeld interagiert, können Ausbilder und Dozenten nicht mehr isoliert innerhalb der Werkstatt betrachten.

Aber wie bildet man stattdessen einen vollvernetzten Straßenverkehr in einer Lehrwerkstatt oder sogar in einem Unterrichtsraum ab? Digitalisierte Trainingssysteme sind unerlässlich, damit die Wartung und Instandsetzung digitalvernetzter Fahrzeuge auch in Zukunft gelingen wird.

Lucas-Nülle hat in den vergangenen Jahren ein Portfolio verschiedener UniTrain-Trainingssysteme für Fahrerassistenz- sowie Bus-Systeme auf den Bildungsmarkt gebracht, mit dem Sie die verschiedenen Themen einfach und modular in Ihre Klassen- und Seminarräume integrieren. Auch für die Kalibrierung am realen Fahrzeug gibt es eine LN-Lösung.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die grundlegenden Funktionen verschiedener Systeme und erklären, wie die Kalibrierung der Fahrerassistenz-Systeme im Klassenraum gelingt.

 

ACC – Adaptive Cruise Control (UniTrain)

ACC-Systeme entlasten den Fahrer enorm und bieten einen erheblichen Sicherheitsvorteil. Während das System das Fahrzeug auf die gewünschte Geschwindigkeit bringt und dabei den ausgewählten Abstand regelt, warnt der Notbremsassistent bei Kollisionsgefahr und bringt das Fahrzeug gegebenenfalls komplett zum Stehen. Herzstück des Systems ist ein Radarsensor. Der UniTrain-Kurs erklärt die Funktionsweise sowie die Regelstrategie der dynamischen Abstandsregelung (ACC) inklusive des Notbremsassistenten. Neben Aufbau und Vernetzung des Systems vermittelt der Kurs den Lernenden auch detailliert die einzelnen Komponenten, aus denen dieses Fahrerassistenz-System besteht. Die Kalibrierung des ACC-Systems ist eine wichtige Kompetenz für Kfz-Mechatroniker. Mit Lucas-Nülle vermitteln Sie diese Fertigkeit praxisnah mit einer entsprechenden Kalibriertafel im praktischen DIN-A4-Format. Mittels der Justageschrauben am ACC-Modul richten die Auszubildenden und Studenten das Modul am eigenen Arbeitsplatz optimal aus.

 

LIDAR (UniTrain)

LIDAR (Light Detection and Ranging) Systeme verbessern die Fähigkeit der Fahrzeuge, ihre Umgebung optisch zu erfassen, um so Objekte besser zu identifizieren und Entfernungen einzuschätzen. So verbessert die Technologie die Leistungsfähigkeit verschiedener Fahrerassistenz-Systeme und bildet einen wichtigen Baustein auf dem Weg zum vollautonomen Fahrzeug. Das didaktische FAS von Lucas-Nülle zu diesem Thema basiert auf einem realen LIDAR-Modul, das weitgehend offengelegt ist und den Auszubildenden und Studenten so einmalige Einblicke in den Aufbau des Systems bietet. In Kombination mit dem E-Learning-Kurs vermitteln Lehrer und Ausbilder die Funktionsweise des LIDAR. Die Lernenden bearbeiten verschiedene Fehlerszenarien über das E-Learning selbst und führen mit einer Kalibriertafel die Kalibrierung direkt im Klassenraum durch.

 

Parkassistenzsystem mit Rückfahrkamera (UniTrain)

Speziell in der Stadt sind Parkplätze Mangelware. Gleichzeitig sind große Autos aktuell beliebt wie nie. Das führt zwangsläufig zu kleinen Parklücken. Park-Assistenzsysteme erfreuen sich daher sehr großer Beliebtheit und sind in den meisten neuen Fahrzeugen verbaut. Selbst wenn neue Mobilitätskonzepte das Parkplatzproblem lösen sollten, bleiben vernetzte Kameras ein wichtiger Baustein autonomer Fahrzeuge. Das UniTrain-System von Lucas-Nülle bringt ein komplettes PDC mit Kamera in den Klassenraum. So geben Lehrer und Ausbilder praktische Einblicke in die Handhabung und die Diagnose einer Rückfahrkamera mit Einparkhilfe. Neben dem Gesamtsystem setzen sich Lernende an diesem System auch mit der Funktionsweise der einzelnen Komponenten auseinander: Sie sehen die physikalischen Grenzen des Assistenzsystems und lernen Diagnosewege für verschiedene Beanstandungen kennen.

Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsregelung (UniTrain)

Wer aufmerksam beobachtet, kann vorausschauend fahren. Das gilt heute ebenso für das Fahrzeug wie für den Menschen. Und so regeln moderne Fahrzeuge die Geschwindigkeit, indem sie mittels Kameras die Verkehrszeichen selbst erkennen. Mit dem UniTrain-System können Sie eine Kamera an den Schülerarbeitsplatz bringen, die den Bereich vor dem Fahrzeug aufnimmt. Das System umfasst verschiedene Verkehrszeichen und eine Software für das Monitoring der Daten auf dem PC. Das E-Learning leitet die Auszubildenden und Studenten detailliert bei der Inbetriebnahme einer Verkehrszeichenerkennung mitsamt der aktiven Geschwindigkeitsregelung an. Die Lernenden setzen sich mit der Einbindung der Kamera in das Gesamtsystem auseinander, lernen die Grenzen des Systems kennen und führen verschiedene praktische Aufgaben durch. Und selbstverständlich vermittelt das System auch die notwendigen Diagnosekompetenzen.

 

Gestensteuerung und kapazitive Touchscreens (UniTrain)

Auch die Bedienung des Fahrzeugs hat einen hohen Einfluss darauf, wie gut wir die Fahraufgabe bewältigen. Auf der Suche nach einer möglichst einfachen, intuitiven Bedienmöglichkeiten setzen die Fahrzeughersteller immer häufiger auf alternative Eingabemethoden: Statt haptischen Schaltern und Drehknöpfen haben moderne Autos vermehrt Touchscreens und Sprachsteuerungssysteme an Bord. Den neuesten Trend stellt die Gestensteuerung dar. Also jene Systeme, die berührungslos reagieren. So lässt sich beispielsweise die Hecktür durch eine Fußbewegung öffnen. Für moderne Kfz-Mechatroniker sind Diagnosekompetenzen für solche Bedienkonzepte unerlässlich. Mit UniTrain erarbeiten Auszubildende und Studenten die Funktionsweise von kapazitiven Sensoren und deren Unterschiede bei der Bedienung. Nicht zuletzt lernen sie die integrierte Gestensteuerung im praktischen Versuch kennen. In zahlreichen Diagnoseaufträgen entwickeln die Auszubildenden selbstständig eine Diagnosestrategie und lokalisieren die Störung.

 

Fahrdynamikregelung – ESP (UniTrain)

Die modernen Bremsanlagen sind längst ein unerlässlicher Teil unserer Fahrzeuge. Der Einsatz elektronischer Hilfen wie ABS, ASR und ESP hat die Sicherheit im Straßenverkehr signifikant erhöht, indem sie das Fahrzeug innerhalb der physikalischen Grenzen stabil halten. Dabei bauen die einzelnen Systeme aufeinander auf und bedienen sich zum Teil gleicher Sensorsignale. Mit dem UniTrain-System lernen Auszubildende und Studenten die Funktionsweise der unterschiedlichen Systeme und deren Regelvorgänge kennen. Das Trainingssystem macht die rasanten Abläufe für das menschliche Auge ersichtlich. Auszubildende und Studenten können alle relevanten Fahrsituationen durch veränderbare Simulationsparameter wie Bodenbeschaffenheit, Lenkwinkel oder Bremskraft praktisch erproben.Die integrierte Fehlersimulation und verschiedene Wissenstests vermitteln wichtige Diagnosekompetenzen.

Der Brückenschlag an das reale Fahrzeug: Kalibrierung am Schulungsfahrzeug

Die Kalibrierung der Fahrerassistenz-Systeme ist in der Praxis die bedeutsamste Aufgabe bezogen auf die Diagnose und Reparatur in diesem Bereich. An den, bei Bedarf mit Frontkamerasystemen und Radar ausgestatteten, digitalvernetzten Schulungsfahrzeugen von LN können die Auszubildenden und Studenten ihr im Grundlagenkurs erworbenes Wissen anwenden. Die dafür notwendige Ausstattung besteht aus einem Kalibriersystem für Kamera und Radar, dem dazugehörigen Diagnosetester und weiterem Zubehör.

 

- 09.03.2021